Bluteggel

Beim Menschen sind medizinische Blutegel (Hirudo medicinalis) schon lange bei verschiedenen Beschwerden im Einsatz. Was sich beim Menschen erfolgreich therapieren lässt, findet auch immer mehr Anwendung bei der Behandlung von Tieren. Eines der großen Anwendungsgebiete sind die verschiedenen Erkrankungen des Bewegungsapparates wie z.B. Arthritis, Arthrose, Hufrehe, Spat, Fesselgelenksgallen, Erkrankungen von Sehnen und Bändern, Hufrolle, Quetschungen, Prellungen, Hämatome, Phlegmonen, spezifische und unspezifische Lahmheiten, Ödeme, aber auch Wundheilungsstörungen und Ekzeme können so therapiert werden. Der Egel wird an das Körperteil z.B. das Gelenk gesetzt, das behandelt werden soll. Er verbleibt dann so lange am Patienten, bis er von alleine abfällt, so daß die Behandlung zwischen 20-90 Minuten dauern kann. In dieser Zeit saugt der Egel Blut und gibt über seinen Speichel eine Reihe von Wirkstoffen (ca. 100 – wovon nur etwa 25 bekannt sind) an den Patienten ab. Der Speichel enthält u.a. ein lokales Anästhetikum, einen Gerinnungshemmer und ein Analgetikum. Hirudin z.B. wirkt entzündungshemmend und antibiotisch und hemmt die Blutgerinnung. Calin bewirkt durch die Nachblutung eine reinigende Wirkung, wodurch der Patient eine entstauende Wirkung über einen Aderlaß erfährt. Histaminähnliche Substanzen steigern die Durchblutung und führen zu einer Erweiterung der Gefäße. Nachdem der Egel losgelassen hat, blutet die Bissstelle noch bis zu 24 Stunden nach. Was normal ist und auch erwünscht. Die Behandlung kann je nach Krankheitsbild wiederholt werden. Die Abstände der Behandlungen werden individuell auf den jeweiligen Patienten und dessen Krankheitsbild abgestimmt.